Interview mit Curd Merkens

Projektleiter Medientechnik – Kindermann GmbH

Curd Merkens, 35 Jahre alt, ist seine gesamte berufliche Laufbahn in der AV-Branche tätig. Was er als Projektleiter Medientechnik bei der Kindermann GmbH macht und wie sein Arbeitsalltag aussieht, erklärt er uns im Interview.

Zur Person

Studium
Curds AV-Karriere begann mit dem Studium Medientechnik, Schwerpunkt Audiovisuelle Medien, an der HAW in Hamburg.

Praktika & Trainee-Programme
Mit dem Diplom in der Tasche war seine nächste Station ein Praktikum im Bereich AV Engineering bei der Macom GmbH. Diesem folgte ein zweijähriges Trainee-Programm zum Project Manager AV Engineering. Die Macom GmbH ist Europas größte unabhängige Ingenieursgesellschaft für die AV-Fachplanung und Beratung zur digitalen Transformation mit über 70 Spezialisten.

Der Weg zur Führungsposition
Nachdem er bei Macom zweieinhalb Jahre Erfahrung in der Branche sammeln konnte, war es Zeit für einen Tapetenwechsel. Beim Audi IT Medientechnik- und Videokonferenzservice konnte er sich als Teamleiter Fachplanung erstmals in einer Führungsposition beweisen.

Nach gut einem Jahr verschlug es ihn dann schließlich zur Kindermann GmbH, der er bis heute als Projektleiter/ Fachplaner Medientechnik treu geblieben ist. Die Kindermann GmbH betreut als Hersteller und Distributor seine Fachhandelspartner mit kompetenter Beratung und individueller Projektunterstützung von der Planung bis zur Integration.

In vielen Fällen begleite ich ein Projekt von der ersten Planung über die Koordination bis hin zur Übergabe an den Endkunden.

Curd, was ist Deine Aufgabe bei der Kindermann GmbH?

Ich bin Medientechnik-Planer und begleite AV-Projekte von der Planungsphase bis zur Übergabe. Da wir bei Kindermann ausschließlich über Händler vertreiben, machen wir kein direktes Projektgeschäft mit dem Endkunden. Meine Planungsaufträge kommen von Handelspartnern, die in diesem Bereich Unterstützung benötigen – sei es, weil sie ausgelastet sind oder nicht darauf spezialisiert sind, größere Projekte selbst zu planen.

Meine Aufgabenstellung richtet sich nach den Bedürfnissen des Händlers, doch in vielen Fällen begleite ich ein Projekt von der ersten Planung über die Koordination bis hin zur Übergabe an den Endkunden. Daher bin ich nicht nur im Büro sondern auch vor Ort tätig.

Wie geht es vor Ort, beim Kunden, weiter?

Nachdem der erste grobe Plan steht, arbeite ich unterschiedliche Angebote für den Kunden aus. Basierend auf dem Kostenrahmen kann ich hier Alternativen herausarbeiten.

So kann der Kunde zum Beispiel entscheiden ob er lieber einen kostengünstigeren Projektor oder eine große LED Wall installiert haben möchte. Kommt dann das OK für eine der Alternativen beginnt die Feinplanung des Projekts.

Es geschieht immer noch zu häufig, dass die Medientechnik als eigenständiges Gewerk nicht früh genug in Projekte mit einbezogen wird, was nicht selten zu Umplanungen und Frustration auf allen Seiten führt.

Was passiert in der Projekt-Feinplanung?

Darin erstelle ich Blockschaltbilder, Kabelzuglisten sowie CAD-Zeichnungen und koordiniere die AV-Technik mit den sonstigen beteiligten Gewerken wie der IT, den Elektrikern oder dem Facility Management. In vielen Projekten erstelle ich auch ein Bedienkonzept für die Räume.

Dabei können auch ganz individuelle Ansprüche berücksichtigt werden. Wir hatten zum Beispiel im Jahr 2017 ein Projekt, bei dem in einem Hörsaal eine induktive Hörschleife direkt unter dem Stäbchenparkettboden verlegt wurde, welche Menschen mit beeinträchtigtem Hörvermögen die Teilnahme an den Veranstaltungen ermöglicht. Dies brachte diverse Herausforderungen in der Abstimmung mit sich.

Sobald alle Fragen geklärt sind, werden die Planungsunterlagen auf einen gemeinsamen Stand gebracht und zur Freigabe an den Kunden gesendet. Wenn der Kunden mit meiner Planung einverstanden sind geht das Projekt in die Bauphase über.

Was steht in so einem Bedienkonzept?

Das Bedienkonzept beschreibt die Anforderungen an die technische Anlage – und zwar aus Sicht eines Nutzers aus der Praxis. Es wird beschrieben, was alles über die Mediensteuerung bedient wird. Das kann sich von der Medientechnik selbst, über die Beleuchtung mit verschiedenen Szenarien, bis hin zu den Jalousien erstrecken.

Wichtig ist auch, welche Arten von Veranstaltungen in den jeweiligen Räumen stattfinden sollen, wer dabei die Technik bedient und welches Publikum angesprochen wird. Daraus wird dann die benötigte Hardware abgeleitet. Soll die Technik zum Beispiel über ein Touchdisplay an der Wand gesteuert werden oder lieber über ein Tischanschlussfeld? Vielleicht sogar beides? Das alles wird in enger Absprache mit dem Kunden geplant.

Was ist Deine Aufgabe während der Bauphase?

Während der Bauphase bin ich für die Überwachung und Koordinierung zuständig. Ich erstelle Ablaufpläne, wer, wann, was zu erledigen hat. Hierzu stehe ich in regem Austausch mit unserem Händler/Systemintegrator, Elektrikern, Handwerkern und Herstellern sowie gegebenenfalls mit dem Architekten.

Dabei versuche ich einen geregelten und störungsfreien Ablauf für das Projekt zu gestalten. Mit den Handwerkern kann ich beispielsweise besprechen, wo die Kabel verlegt sein müssen, um unsere Technik entsprechend in den Raum zu integrieren. Der Architekt wird für statische Fragen benötigt, denn man kann keine riesige LED-Wall installieren, ohne vorher die Statik geprüft zu haben.

Je nachdem wie wir mit unserem Händler verblieben sind, liegt es an mir, die AV-Installation abzunehmen und die Überwachung der Mängelbeseitigung vorzunehmen.

„Wenn man Technikaffinität, Organisationstalent und die Lust auf Kooperationen mit anderen Menschen mitbringt, ist der Fachplaner im Bereich Medientechnik eine Überlegung wert.“

Was ist der besondere Reiz dieses Berufs für Dich?

Einerseits ist die AV-Branche ein sehr interessantes und lebendiges Arbeitsumfeld, da sie sich stetig weiterentwickelt. Andererseits finde ich den Beruf des Fachplaners so spannend, da es mehr als nur ein Schreibtischjob ist.

Sobald es um die Umsetzung geht bin ich neben meinen Tätigkeiten im Büro auch in stetigen Kontakt mit Kunden und Handwerkern vor Ort. Der rege Kontakt und die Kommunikation mit Menschen müssen einem allerdings liegen, sonst wird man in diesem Job nicht glücklich.

Wenn man Technikaffinität, Organisationstalent und die Lust auf Kooperationen mit anderen Menschen mitbringt, ist der Fachplaner im Bereich Medientechnik eine Überlegung wert. Für Leute, die lieber selbst Hand anlegen und schrauben wollen empfiehlt sich hingegen eher ein Job als Installateur oder Techniker.